1972: 1. Oktober.

Die Fuhrunternehmer der Region Aysén treten in den Streit. Orchestriert vom Arbeitgeberverbandes weitet sich der Protest zur ersten landesweiten Aktion gegen die Regierungspolitik aus. Die Anführer des Streiks werden wegen Verstoßes gegen das Gesetz der Staatlichen Sicherheit festgenommen und ins öffentliche Gefängnis von Santiago gebracht. Die Proteste gehen als “Streik der Chefs” oder “Fuhrunternehmer-Streik” in die Geschichte ein und dauern den gesamten Monat Oktober an.

1970: 3. November.

Salvador Allende tritt als 31. Präsident Chiles sein Amt an. Im 15-köpfigen Kabinett sind erstmals auch “vier Arbeiter” vertreten: Arbeitsminister José Oyarce Jara, Minister für Wohnraum und Urbanismus Carlos Cortes Díaz, Bauminister Pascual Barraza Barraza und Finanzminister Américo Zorrillas Rojas. Für Frauen ist in diesem Club de Tobi leider kein Platz: das Kabinett ist und bleibt bis zur Ernennung von Mireya Baltra im Juni 1971 ein reiner Männerverein.

1970: 5. September.

Am 5. September um 1 Uhr morgens Ortszeit ist es offiziell: das Bündnis Unidad Popular gewinnt mit einem Vorsprung von nur 34.000 Stimmen die chilenischen Präsidentschaftswahlen. Im Sitz des Studierendenverbandes der Universidad de Chile hält Salvador Allende kurze Zeit später eine Rede, in der er sich als “auch nur ein Mensch” bezeichnet. Er dankt den “anonymen Männern” und “bescheidenen Frauen” für ihre Unterstützung und verspricht “mit dem Einzug in die Moneda [dem chilenischen Regierungssitz] die eingegangene historische Verpflichtung zu erfüllen.”