Marcelo Montealegre

(Puerto Montt, 1936 – )

Nach einem abgebrochenen Ingenieurstudium entscheidet sich Montealegre 1958 für eine Karriere als Fotograf. Er arbeitet für verschiedene chilenische Printmedien wie Ercilla, Vea, Siete Días, El Diario Ilustrado, Zig-Zag, Paula, u.a. Bald erscheinen sein Bilder auch in internationalen Publikationen wie The Houston Post, Time, Life, Super Mundo Deportivo und El Clarín de Buenos Aires. 1968 zieht Montealegre nach New York und wird schnell Teil der dortigen Underground-Bewegung. Die Stadt ist zu dieser Zeit ein hotspot künstlerischer und politischer Aktivitäten, in die auch viele Lateinamerikaner*innen und Menschen aus der Karibik involviert sind. Er arbeitet an Projekten mit dem Filmemacher und Aktivisten Jaime Barrios, der Tänzerin und Choreographin Carmen Beuchat und dem chilenischen Videokünstler Juan Downey.

Immer wieder zieht es Montealegre jedoch auch nach Chile. Sein Bildzyklus No me olvido: Chile 1954-1968, erschienen im Jahr 2011, gilt heute als eine der wichtigsten fotografischen Dokumentationen des Landes. Am bekanntesten sind seine Aufnahmen der Folk-Sängerin Violeta Parra. Auch Anfang der 1970er fotografiert Montealgre weiter in Chile. Während der Regierungszeit der Unidad Popular tritt Montealegre in die Presseabteilung des Fernsehsenders Canal 9 ein, wo er anhand von Fotos aktuelle politische Nachrichten rekonstruiert. Montealegres Werk ist ein außergewöhnliches visuelles Zeugnis des 20. Jahrhunderts, bei dem die Interaktionen von Menschen mit ihrem Umfeld im Mittelpunkt stehen.

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