Leonardo Henrichsen

(1940, Buenos Aires – 1973, Santiago de Chile)

Der Staatsstreich 1963 in der Dominakanischen Republik war der erste Putsch den Henrichsen mit der Kamera dokumentierte. Er war interessiert, die sozialen Konflikte Lateinamerikas in bewegten Bildern festzuhalten, auch Gewaltsituationen, wie zum Beispiel 1969 im argentinischen Córdoba. Henrichsen filmte dort, als die Bevölkerung den Aufstand gegen die Militärdiktatur von General Juan Carlos Onganía probte. Ab 1972 arbeitet er für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Schwedens als Korrespondent in Chile. Am 29. Juni 1973 will er eigentlich nur einen Interviewtermin im Zentrum Santiagos wahrnehmen. Doch von der Lobby des Hotels Crillón aus, hört er draußen plötzlich Schüsse und läuft auf die Straße. Teile der Armee proben einen bewaffneten Aufstand gegen die Regierung Allende. Der als Tanquetazo bekannt gewordene Putschversuch missglückt, doch Henrichsen wird tödlich verwundet. Die letzten Bilder seiner Kamera sind die Aufnahmen seines eigenen Todes.

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